Mittwoch, 18. April 2018

Japanischer Staudenknöterich, leckere Rezepte mit einer gesunden Gemüsepflanze

Leckerer Rezepte aus einem unterschätzten Gemüse

Wächst  irgendwo Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica), werden oft schwere Geschütze aufgefahren. Der Invasor wird mit allem was das Chemie-Arsenal hergibt bekämpft. Und ja, er ist tatsächlich sehr wüchsig. Seine Ausläufer graben sich oft mehrere Meter durch die Erde um an überraschenden Stellen erneut hervorzubrechen. Doch es gibt eine bessere Art die exotische Pflanze in Schach zu halten, man kann sie einfach verzehren.

Staudenknöterich fermentieren


Vor kurzem habe ich ein neues Rezept mit Japanischem Staudenknöterich entdeckt. Bisher hatte ich den Knöterich zubereitet wie Rhabarber, doch da empfinde ich ihn als etwas zu schleimig.
Ich hörte nun, dass man ihn in Japan 10 Tage in Quellwasser einlegt. Insgesamt gab es keine genauere Beschreibung. Doch mir ist bekannt, dass man in Asien vieles milchsauer fermentiert.

Das Fermentieren hat außerdem den Vorteil, dass die in der Pflanze enthaltene Oxalsäure reduziert wird.

Und so habe ich Itadori milchsauer fermentiert


Die jungen Schösslinge werden dazu geputzt und über Nacht gewässert. Am nächsten Tag legt man sie in Salzwasser (50g auf 1l) ein, genau wie Salzgurken. Die Schösslinge sollen nun 10 Tage einweichen. Analog zu den Gurken, kamen sie dazu an eine kühlen Ort.
Das Ergebnis ist tatsächlich sehr lecker.

Japanischen Staudenknöterich sauer einlegen


Wer nicht warten mag, kann die Schößlinge auch sauer einlegen, wie Mixed Pickles. Und auch das Säuern bietet den Vorteil, dass die enthaltene Oxalsäure reduziert wird.

Das Rezept


Benötigt werden:

1 Tasse Wasser
1 Tasse Apfelessig
1 Esslöffel Salz
2 Esslöffel Zucker
1-3 getrocknete Chilies
3 geschälte Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer
1-2 Tassen Knöterich, in Stücken geschnitten

Zubereitung der Mixed Pickles


Staudenknöterich wird geputzt und gewässert


Der Knöterich wird ebenso wie beim Fermentieren beschrieben, bereits einen Tag vorher geputzt und gewässert.

Tags darauf mischt man in einem Kochtopf das Wasser, Apfelessig, Salz und Zucker. Bei mittlerer Hitze soll die Lake 2 - 3 Minuten köcheln, danach kann sie abkühlen.

Während die Mischung abkühlt, zerteilt man die Schösslinge, füllt Knoblauch, Chili, Ingwer in ein ausreichend großes Glas, gibt den zerteilten Knöterich hinzu und gießt den eventuell noch warmen Sud darüber.
Das Glas wird verschlossen und kommt vollständig abgekühlt in den Kühlschrank. Nach 24 Stunden, kann man den durchgezogenen Knöterich bereits probieren, aber nach 48 Stunden schmeckt das eingelegte Gemüse noch besser.

Die Knöterich-Pickles halten etwa 3 bis 4 Wochen im Kühlschrank.

Nutzung des Japanischer Staudenknöterichs als Nahrungspflanze


Der Staudenknöterich wir in seiner Heimat Japan als Gemüse sehr geschätzt. Durch das Wässern, Fermentieren und sauer Einlegen kann ein Teil der Oxalsäure zwar neutralisiert werden. Doch wegen der möglicherweise noch darin verbliebenen Oxalsäure sollten empfindliche Menschen, etwa mit rheumatischen Erkrankungen, keine großen Mengen essen.

Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält die Pflanze in allen Teilen den sekundären Pflanzenstoff trans-Resveratrol, der zahlreiche therapeutische Nutzwirkungen besitzt. Resveratrol wirkt etwa als Phytoöstrogen. Unter anderem sagt man dieser Substanz positive Effekte auf die Lebenserwartung nach.
Wegen seiner gesundheitlichen Wirkungen gilt der Japanische Staudenknöterich seiner Heimat schon lange als wertvoll und heilkräftig.

Und das Beste: er ist überraschend lecker!