Mittwoch, 21. Februar 2018

Wintercreme für trockene Haut

Trockene Haut ist ein häufiges Problem im Winter. Die richtige Hautpflege kann helfen

Der Winter bedeutet Stress für unsere Haut. Sie reduziert ihre Funktionen und produziert weniger Fett und Feuchtigkeit, eine Anpassung an die tiefen Temperaturen der kalten Jahreszeit. Doch Heizungsluft ist eine moderne Herausforderung. Damit kommt die Haut oft nicht klar. Sie wird rau und trocken, zeigt Rötungen und Unreinheiten.

Die tägliche Reinigung bedeutet zusätzlichen Stress, denn das bisschen Fett, was die Haut zu ihrem Schutz produziert kann gar nicht so schnell nachgeliefert werden, wie es davongespült wird.

Schnelle Hilfe für trockene Haut


Eine Möglichkeit lautet: weniger duschen


Doch das ist gar nicht so leicht umzusetzen. Gewöhnt an die täglichen erfrischenden Schauer, fühlen wir uns ohne das gewohnte Ritual nicht sauber. Wer im Job etwa  häufig  mit Kunden in Kontakt kommt, möchte nicht riskieren, durch Körpergeruch unangenehm aufzufallen und die Kunden so zu vertreiben.

Im Winter gilt besonders: nach dem Duschen eincremen


Doch auch wer fleißig cremt bemerkt dass die gewohnte Pflege der Haut nicht ausreicht.

Im Winter benötigt unsere Haut mehr Feuchtigkeit. Paradoxerweise helfen ihr dabei die richtigen Fette und Öle. Denn diese binden die entweichende Feuchtigkeit und helfen, dass die Haut weich und geschmeidig bleibt.

Hautcreme für die trockene Winterhaut


Die Basis bildet ein geeignetes Öl. Ich verwende gern Walnussöl. Es ist so mild, dass es sogar bei  empfindlicher Haut empfohlen wird. Das Öl der Walnuss besitzt viele Vitamine, wertvolle Fettsäuren und Lecithin. Sein Fettsäureprofil ähnelt darüber hinaus dem unserer Haut.

Wintercreme für trockene Haut - das Rezept


Zutaten


25g Walnussöl
5g Wollwachs
3g Bienenwachs

10g Lavendeltinktur 40%ig
20g Rosenydrolat

Die Zuberereitung ist sehr simpel:


Zunächst erwärme ich stets die Fettkomponenten Walnussöl, Wollwachs und Bienenwachs in einem feuerfesten Glas. Ein einfaches Schraubglas, etwa ein Marmeladenglas tut es auch und besitzt genau die passende Größe.

Haben sich das Bienenwachs und das Wollwachs vollständig im Öl gelöst, kommen Lavendeltinktur und Rosenhydrolat hinzu.

Anschließend mixe ich die Zutaten. Um die Sache zu beschleunigen, kommt das Glas dazu in ein Wasserbad mit kaltem Wasser.

Man erhält eine schöne stabile, cremfarbene Emulsion, die wunderbar nach Lavendel und Rose duftet.
Abgefüllt in einen Glastiegel hält die Wintercreme mindestens 6 Monate.

Wirkung der Wintercreme


Die wunderbar duftende Hautcreme eignet sich für trockene, feuchtigkeitsarme, empfindliche Haut, ist aber auch für normale Haut bestens geeignet. Wegen der Reichhaltigkeit muss jeder für sich entscheiden, ob er mehr oder weniger Creme aufträgt. Bei besonders trockener Haut kann man die Pflegewirkung noch mit einem feuchtigkeitsspendenden Serum ergänzen.

Walnussöl

besitzt neben seinen hautpflegenden Wirkstoffen das wichtige Vitamin K. Dieses Vitamin gilt als essentieller Wirkstoff bei der Regeneration des Bindegewebes.

Lavendel

wird als hautglättend beschrieben. Es wirkt entspannend auf die Mimikmuskulatur. Gegen Falten genau das Richtige.

Rosenhydrolat

ist ein beliebter Anti Aging-Wirkstoff. Doch es kann noch mehr. Wissenschaftler fanden antibakterielle Eigenschaften. Das erklärt seine beruhigende Wirkung, gerade auf entzündliche und unreine Haut und es harmonisiert die Hautfunktionen. Bei Rosenhydrolat wurde ein Anti-Lipase-Effekt beobachtet, das heißt, es hemmt die Fettzersetzung, gut für unser leicht verderbliches Walnussöl.

Wollwachs

besitzt hervorragende wasserbindende Eigenschaften. Einst galt Wollwachs als Haut-Therapeutikum. Doch in der modernen Viehzucht werden inzwischen viele Pestizide eingesetzt. Nicht zuletzt deswegen wurden  in seltenen Fällen unerwünschte Hautreaktionen beobachtet. Wer die Vorzüge von Wollwachs in seiner selbstgemachten Kosmetik nutzen möchte, sollte daher ein hochgereinigtes Wachs verwenden.

Ein geeignetes Wollwachs findet ihr hier:






Anwendung der Wintercreme


Die Anwendungsmöglichkeiten für diese Pflegecreme sind sehr vielfältig. Sie lässt sich als Gesichtscreme, als Körpercreme aber auch als Gesichtsmaske verwenden. Wegen ihres beruhigenden Lavendelduftes ist sie die ideale Nachtcreme.

Für eine Gesichtsmaske gibt man am besten Abends eine Messerrücken dicke Schicht aufs gereinigte Gesicht und wenn man mag aufs Dekolleté. Nach etwa 1/2 Stunde nimmt man lediglich die Cremereste ab. Ein weiteres Reinigen oder neu Eincremen ist bei dieser Maske nicht mehr nötig.

Eine herrlich unkomplizierte Anwendung.
Probiert es aus!


Samstag, 10. Februar 2018

Duftendes Orangenöl selbst gemacht

DIY Orangenöl belebt den Körper und hebt die Stimmung,

Kurze Tage, wenig Licht, so begegnet uns die kalte Jahreszeit. Die Sehnsucht nach dem Sommer wächst. Atmen wir den frischen Duft von sonnenverwöhnten Orangen, empfindet unsere Seele dies, wie ein hoffnungsvolles Licht in der Dämmerung.

Der wohltuende Orangenduft konzentriert sich in der Schale. Sie umhüllt die Frucht und schützt das Fruchtfleisch vor dem Verderb mit Hilfe des darin enthaltenen ätherischen Öls. Um an das leckere Fruchtfleisch zu gelangen, entfernt man die Schale, die anschließend im Abfall landet. Doch im Grunde ist sie dafür viel zu schade. Aus diesen Orangenschalen lässt sich, basierend auf wenigen Zutaten, ein duftendes DIY-Pflegeöl mit vielen überraschenden Wirkungen zaubern.

Wirkungen von Orangenöl


Düfte wirken auf vielfältige Weise auf uns ein. Sie berühren Körper und Seele gleichermaßen.

Von ätherischem Orangenöl kennt man auf körperlicher Ebene vor allem seine antibakterielle Wirkung. Sie ist seit langem bekannt und in Studien wissenschaftlich bestätigt.

In der Aromatherapie setzt man hingegen auf die psychische Wirkung. Hier bedient man sich des ätherischen Orangenöls unter anderem als Stimmungsaufheller und zur Auflösung von Ängsten.

Den intensiv duftenden Aromastoff der exotischen Früchte extrahierten findige Alchemisten schon vor Jahrhunderten. Heilkundige des Mittelalters wussten bereits aus Orangenschalen heilenden Sirup und ätherisches Öl herzustellen.
Damals schätze man die Wirkungen dieses aromatischen Öls bei äußerlicher und innerer Anwendung gleichermaßen.

So galt es nach Tabernaemontanus, einem mittelalterliche Gelehrten, etwa als probates Mittel gegen Hämorriden. Auch empfahl er Orangenöl zur Stärkung und Erwärmung der Gelenke.

Die Herstellung eines Ölauszuges aus Orangenschalen


Ein duftendes Öl aus Orangenschalen herzustellen ist denkbar einfach:
Man benötigt dazu lediglich ein Schraubglas, ein gutes Pflanzenöl und die Schalen von Bio-Orangen.

Zubereitung


Die Orangenschalen werden angetrocknet, damit sie während der Mazeration nicht verderben.
Um eine möglichst hohe Konzentration an ätherischem Öl zu erhalten, zerkleinere ich die Schalen vor der Mazeration grob mit einer alten Kaffeemühle. Es geht aber ebenso gut mit einer Küchenmaschine.




Diese zerkleinerten Schalen kommen in ein Schraubglas. Ich fülle das Glas lediglich zu drei Vierteln mit Orangenschalen. Das Material wird daraufhin mit einem schönen Pflanzenöl begossen, mindesten bis es vollständig mit Öl bedeckt ist.
Als Pflanzenöl nutze ich gerne Mandelöl. Es besitzt einen neutralen Duft, wirkt sehr hautfreundlich und wird selbst von sehr empfindlicher Haut bestens vertragen.

Nun braucht es etwa 4 Wochen Ruhe an einem warmen Ort, um das Pflanzenöl mit dem ätherischen Orangenöl zu sättigen. Gut bewährt hat sich dafür meine Zentralheizung.

Nach 4 Wochen  kann das fertige Öl abgefiltert und in eine Glasflasche abgefüllt werden.
Das Pflanzenöl leuchtet nun in einem warmen orangen Farbton und duftet herrlich frisch.


Wichtige Inhaltsstoffe der Orangenschale


Das ätherische Orangenöl, aber auch andere Wirkstoffe reichern sich während dieser Extraktion im Pflanzenöl an, etwa die enthaltenen fettlöslichen Carotinoide.

Carotinoide, meist erkennbar an ihrer orangen Farbe, zählen zu den wirksamsten Antioxidantien, das heißt, sie können freie Radikale neutralisieren. Diese aggressiven Verbindungen gelten als eine Ursache für die Schädigung unserer Körperzellen und sollen unter anderem mit verantwortlich für eine vorzeitige Hautalterung sein.

Besonders interessant sind die Flavonoide der Orangenschale. Sie besitzen entzündungwidrige Eigenschaften. Aktuelle Studien deuten gar auf eine mögliche Antikrebswirkung hin.

Verwendung des Orangenöls als Stimmungsaufheller


Die Aromatherapie kennt das ätherische Öl der Orangen seit langem als stimmungsaufhellenden Duft. Diesen Gute-Laune Effekt machen sich Kosmetikhersteller etwa in Duschgels und Badeölen zunutze.

Verwendung des Orangenöls zur Hautpflege


Orangenöl eignet sich darüber hinaus hervorragend zur Pflege der Haut. Neben den Carotinoiden, die im Anti Aging eine Rolle spielen, besitzt die Orangenschale bestimmte Wirkstoffe, die sich als hilfreich bei sonnengeschädigter Haut erwiesen haben. Entsprechende Kosmetikprodukte unterstützen mit  diesen entzündungshemmenden Stoffen den Regenerationsprozess der angegriffenen Haut.

Verwendung des Orangenöls als Massageöl


Dem Orangenöl werden gewebestraffende Wirkungen zugeschrieben. Daher setzt man es gern als Massageöl gegen Cellulite und schlaffe Haut ein.

Anwendung unseres DIY-Orangenöls 


Für eine bessere Handhabung stelle ich aus dem Öl gern eine Creme oder einen Balsam her. Das geschieht nach einem einfachen Rezept:

Ich benötige etwa 50g Orangenöl und 4g Bienenwachs.

Das Wachs wird in dem Öl erwärmt, bis es vollständig geschmolzen ist. Anschließen in einem kleinen Glastiegel abgefüllt, verfestigt sich die Mischung beim Abkühlen und ist sofort einsatzbereit.

Der entstandene Balsam kann nun verwendet werden als

  • straffender Massagebalsam
  • Abschmink-Gel
  • Nachtcreme
  • Gesichtsmaske
  • After-Sun-Pflege

Hinweis für die Anwendung von Orangenöl


Ätherisches Orangenöl gilt als mäßig phototoxisch. In wieweit dies für unser DIY-Orangenöl gilt, konnte ich nicht ermitteln. Doch vorsichtshalber empfehle ich, Zubereitungen mit diesem Öl tagsüber nicht auf sonnen-exponierten Hautbereichen zu verwenden.