Samstag, 28. Oktober 2017

Brombeeren, herbstliches Farbenspiel

Brombeeren erfreuen im Herbst mit wunderbaren Farben

Wer sich in der herbstlichen gewandeten Natur umschaut, entdeckt viele Pflanzen, die durch ihre kräftige Farbenpracht auffallen. Ahorn etwa besitzt ein reiches Farbenspiel. Eichenlaub und Lindenblätter bezaubern mit ihrem strahlenden Gelb.

Besonders schön leuchten die Blätter wilder Brombeeren in der Sonne. Von Brombeeren kennen wir die leckeren, fast schwarzen Früchte, die voller Vitamine stecken. Im Herbst kann man vereinzelt noch einige Exemplare finden. Da ihnen allerdings die kraftvollen Strahlen der Sommersonne fehlen, schmecken sie nicht mehr so süß. Dafür entfalten die Blätter einiger Arten eine unglaubliche Farbenpracht.

Brombeerblätter sind gesund und aromatisch

Brombeeren können je nach Sorte ab Ende Juli geerntet werden. Auch die Blätter enthalten wertvolle Inhaltsstoffe.  Diese Wirkstoffe besitzen im Mai die beste Qualität. Zu diesem Zeitpunkt gesammelt und anschließend getrocknet, ergeben Brombeerblätter einen wohlschmeckenden, gesunden Tee.

Auf Blättersuche

Wer bunte Brombeerblätter sammeln möchte, braucht feste Kleidung, da die Pflanzen durch ihre Dornen sehr wehrhaft sind. Doch nicht alle Brombeerarten vollziehen diesen spektakulären Farbumschlag. Nur einige wilde Brombeersträucher wechseln ihre Farbe und bezaubern durch ein wunderbar leuchtendes Rot. Sie wachsen an Waldrändern und Feldrainen und werden meist nur kniehoch. Mit diesen Brombeerblättern lassen sich hübsche Herbstdekorationen gestalten.

Herbstdeko mit Brombeerblättern

Man kann die Brombeerblätter wunderbar mit anderen Pflanzen kombinieren und zu einem Strauss oder Gesteck arrangieren. Schöne glatte Blätter erhält man, indem sie einige Tage zwischen zwei Papierseiten unter ein großes Buch legt. Diese Blätter eignen sich als Material für phantasievolle Kollagen oder hübsche Fensterbilder. Mit Haarspray imprägniert, kann man sie noch stabilisieren.


Herbstliche Deko mit Brombeerblättern und Kastanien





Dienstag, 24. Oktober 2017

Efeu, der Vielseitige

Efeu als Heilpflanze und Schmuckelement

Die Tage werden kürzer, die Blätter fallen. Das Grün der Efeuranken hat nun seinen großen Auftritt. Die häufig anzutreffende Kletterpflanze diente seit Urzeiten als Heilmittel und für magische Rituale.

Bei Goethe ist zu lesen:

Efeu und ein zärtlich Gemüt
Heftet sich an und grünt und blüht.
Kann es weder Stamm noch Mauer finden,
Es muss verdorren, es muss verschwinden.

Treue und Unsterblichkeit, dafür stand einst der Efeu. Um den Ehebund zu festigen, überreichte man im antiken Griechenland frisch Vermählten einen Efeuzweig. Auch galt er als probates Mittel gegen die Folgen übermäßigen Alkoholgenusses. Trotz seiner Giftigkeit, wurde die Heilwirkung von Efeu zu allen Zeiten genutzt.

Efeu, auch heute noch ein Schatz

Innerlich hilft er etwa gegen Erkältungen, äußerlich bei Hautproblemen. Ein Pflaster mit Efeu vertreibt Hühneraugen, als Kopfwäsche hilft der Sud gegen Kopfläuse. In der Kosmetik schätzt man seine tonisierende, klärende Wirkung. Die straffenden Eigenschaften des Efeu nutzt man gern gegen Cellulite.


Neue Mythen: Efeu-Shampoo, Waschmittel und mehr

In vielen DIY-Blogs finden sich Anwendungsbeispiele für Efeu als Shampoo, als Haarwuchsmittel, Haarfärbemittel oder um Wäsche zu waschen. Was ist davon zu halten?

Verantwortlich für die reinigende Wirkung sind Saponine, die in den Blättern des Efeu einen Gehalt von bis zu 6% erreichen können. Doch in alten Überlieferungen ist die ansonsten geschätzte Kletterpflanze als Reinigungsmittel nicht genannt. Einige Pflanzen, welche diese Substanzen enthalten, wurden früher tatsächlich zum Wäschewaschen genutzt. Bekannt ist etwa die Seifenwurzel. Ihr Saponingehalt liegt bei 6-8%. Die Waschwirkung sollte damit ausreichend gegeben sein.

Anderen Tipps stehe ich zugegebener Maßen etwas skeptisch gegenüber. Las ich doch in einem alten Kräuterbuch, dass Efeu "die Haare vertreibe". Ob die Empfehlung als Haarwuchsmittel oder Shampoo da gerechtfertigt ist?

Zum Haarefärben muss man sicher tiefer in die Trickkiste greifen. Um die Färbeeigenschaften herauszulocken bedarf es oft weiterer Substanzen. Zwar kann man mit Efeu auch Wolle färben. Doch um eine schöne Färbung zu erzielen, kommt zusätzlich ein Beizmittel, meist Alaun, zum Einsatz. Das funktioniert tatsächlich und das Ergebnis ist recht ansprechend. Es entsteht ein schöner Braunton.


Efeu als Grabschmuck

Es ist üblich, an Allerheiligen Kränze zu winden und mit ihnen die Gräber zu schmücken. Efeu eignet sich dafür besonders gut. Er kann lang geschnitten werden, ist biegsam und die Blätter bleiben schön grün. Eine wunderbare Tradition, für die der Efeu in jedem Fall geeignet ist.



Samstag, 21. Oktober 2017

Ging ein Weiblein Nüsse schütteln...


Haselnuss ein Symbol für Liebe und Sexualität

So beginnt ein altes Volkslied. Überall, wo Frauen oder Mädchen in die Haseln gingen, waren die Burschen nicht weit, so auch in diesem Lied. Ob die Verknüpfung der Haseln mit erotischen Phantasien auf ihrer stärkenden Wirkung basiert oder der Assoziation mit den männlichen Hoden geschuldet ist, liegt im Dunkeln. Tatsächlich findet sich dieser sexuelle Bezug im traditionellen Brauchtum recht häufig. Zauber und Orakel mit Haselnüssen halfen einst in Liebesdingen.

Thomas Gray, ein Dichter des 18. Jahrhunderts fasste einen damals üblichen Brauch in kunstvolle Verse:

Zwei Hasel warf ich in die Flammen,
und jeder gab ich eines Liebchens Namen:
mit lautem Knall zersprang die erste schnell,
im Feuer leuchtete die zweite still und hell.
Ach, wenn doch deine Liebe so erblühte,
wie deine Nuss im Feuer glühte.

Vielfältige Haselnuss

Die mystischen Kräfte der Hasel gerieten über die Zeit ins Vergessen. Ihre Heilkräfte, bestätigt durch aktuelle Forschungen, nutzen wir noch heute. Es wurde etwa nachgewiesen, das Haselnüsse einen positive Wirkung auf das Gedächtnis haben. Und so ist jemand, der jede Nuss knackt, nicht nur besonders geschickt, sondern verdankt diese Fertigkeit seinem guten Gedächtnis.

Auch kulinarisch hat die leckere Nuss einiges zu bieten. Schokoladen-Hersteller, Bäcker, Köche und Hausfrauen nutzen die Haselnuss in ihren Rezepten gern und oft. Im Mittelalter erleichterten die nahrhaften Kerne die Fastenzeit.
Freunde geistiger Genüsse kommen bei einem Haselnuss-Likör auf ihre Kosten.
Hier eine einfache Rezeptvariante:

Benötigt werden

Zutaten

300 g Haselnuss-Kerne
1 halbe Vanilleschote
1 Zimtstange
250g Brauner Zucker oder Kandiszucker
750 Weinbrand
 4 Nelken

Die Haselnüsse werden leicht geröstet, die Häutchen dann entfernt und die Nüsse zerkleinert. Alles kommt in ein hohes Schraubglas, mit Zucker und Gewürzen aufgefüllt und zieht anschließend etwa 8 Wochen aus. Danach kann der Likör abgefiltert werden.
Fertig ist ein leckerer Likör für die kalten Wintertage.

Freitag, 20. Oktober 2017

Herbstzeit

Sonniger Herbst verzaubert die Natur und macht uns fröhlich


Wie beglückend ist ein sonniger Herbsttag! Letzte wärmende Sonnenstrahlen tauchen die Natur in gleißendes Gold. Zwar sind die Sommerblumen verblüht, doch neue Farben leuchten auf, bevor die Blätter der Bäume fallen. Lindenbäume strahlen in sattem Gelb. Ahorn und Eiche ebenso. Wilder Wein wechselt sein Blattgrün in tiefes Rot. Strahlende Farben, die Mode und Kosmetik inspirieren.
Kastanien beschenken uns mit ihren glänzend braunen Samen.
Eichhörnchen haben viel zu tun. Sie springen von Baum zu Baum und sammeln Vorräte für den Winter.
Äpfel, Birnen und Kürbis warten darauf geerntet zu werden.

Wie verzaubert erscheint die Natur.  Die feuchte Luft lässt wunderbare Nebellandschaften entstehen. Da möchte man fast an Elfen und Feen glauben.

Die Vielfalt der Farben bringt Sonne in unser Gemüt und stimmt uns fröhlich.
Kein Wunder, dass viele Dichter die Stimmung dieser Jahreszeit beschrieben. Eines der schönsten ist wohl dieses:

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel
(1852)